Petersglocke

Das Läuten der Glocke mit dem alten 800 kg Klöppel:

Voller Klang und gleichmäßig Anschlag.

 

Das Läuten der Glocke mit dem neuen 600 kg Klöppel:
Ungleichmäßiger Klang, Anschlag mit Aussetzern. Im November von mir hier angemahnt ( Text unten ) bestätigt sich: Ich habe Recht behalten.

Ausdrücklicher Hinweis:
Die Firma HEW Herford, die die neuen Motoren geliefert hat, kann da nichts für, wenn die Glocke so schlägt. Das muß ich doch mal hier ausdrücklichst betonen.

Schuld sind die “Designer” von der Fachhochschule in  Kempten, die mit dem Klöppelgewicht LOTTO gespielt haben. Ich kenne diesen Klöppelfehler und die Reaktion einer Glocke selber aus meinen Arbeiten, wenn das Gewicht nicht stimmt. Was ist zu tun? Wer eine große Klappe hat so wie ich, sollte es auch besser wissen und können
: Neuer Klöppel wieder raus, alten Klöppel kopieren, Schwungzapfen 15 cm länger bei gleichem Zapfengewicht, Schwingungswinkel runter von 34 auf 36 Anschläge. Dann funzt das wieder und es passiert nichts. Der neue Klöppel macht die Glocke mit einseitigen Prellschlägen kaputt, weil er zu leicht ist. Irgendwann beim Läuten macht es ZONG und der Riss im Mantel ist da.
Ach ja, Materialermüdung nennt man das dann.... .  2.1.2012 Bernd Ludwig Müler-Lönnendung.

 

Ich habe bereits Mitte November den Domprobst per Email vor dem Einbau des Klöppels gewarnt. Die Mail wurde an die Dombaumeisterin weitergegeben, welche aber der keinerlei Beachtung schenkte und selbst noch nach ausführlichen Erklärungen meinerseits recht herablassend antwortete und mich unmittelbar nach dem ersten katastrophalen Probeläuten, welches im WDR Fernsehen live übertragen wurde, mich per Mail aufforderte, die Inhalte betreffend der Petersglocke sofort zu löschen.

Ich warte noch bis zum heutigen Tage auf die Erlaubniss, diesen Schriftverkehr veröffentlichen zu dürfen.
Ich denke mir mal, da kann ich noch lange drauf warten ....... .

Noch etwas nebenbei: Mein Vater erzählt allen:
So hätte der Bernd die Glocke niemals in Betrieb genommen und der Öffentlichkeit übergeben.  Naja, hätt ich auch nicht.

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Beitragshistorie meiner Kritiken, in dem Jahr 2011 verfasst, gemäß zeitlicher Reihenfolge ab hier.

Donnerstag, 6.1.2011 Kölner Dom:
So passierte es.

 

Unfall im Kölner Dom: Petersglocke ohne Klöppel

Lieber Leser, die nachfolgende technische Abhandlung setzt ein Minimum an Wissen in der Glockentechnik vorraus.
Dieses erhalten sie in den Kapiteln “Läutetechnik” und “Der Klöppel” des “Fachbuches der Glockentechnik”.
Die wichtigsten Fachbergriffe sind einmalig
gelb gekennnzeichnet, deren Erklärung sie in den Kapiteln finden.

Der
Klöppel der Petersglocke hängt in einer Sonderanfertigung mit einem Kugelager. Klöppelblatt und Lagerfassung
sind hierbei direkt ohne eine dämpfende Schicht dazwischen miteinander verbunden. Genau an dieser Stelle ist auch
der Bruch geschehen. Man kann sich das so im weitesten Sinne so vorstellen, als wenn man ein Stück Draht fest
in der linken Hand hält und mit der rechten Hand den Draht immer hin und her biegt. Nach einer gewissen Zeit
bricht der Draht an der Biegestelle durch. Beim Klöppel
der Petersglocke ist genau dieser Effekt eingetreten.
Jetzt stellt sich die Frage, warum andere
Glocken über hundert Jahre alte Klöppel teilweise haben, die noch nicht gebrochen sind. Das liegt daran, daß diese Klöppelaufhängungen mit Leder gefüttert sind, welches dafür sorgt,
daß beim Anschlag entstehende “Knickkräfte”, durch das weiche Leder auf die große Fläche des
Klöppelblattes
verteilt werden. Ebenso werden auch die hochfrequenten Schwingungen, die beim Anschlag des Klöppels
an die Glocke im Klöppel selber entstehen, besser absorbiert und nicht als
Resonanzfrequenzen
in den Glockenmantel übertragen.

Der Unfallgefahr hätte vermindert werden können, wenn man in die Klöppelaufhängung zwei Kautschukplatten,
ca 10 mm stark, zwischen Klöppelblatt und
Klöppellasche eingesetzt hätte. Die sorgen dafür, daß der Klöppel,
ähnlich wie bei einem Lederfutter, in der Fassung sich etwas bewegen kann. Damit verteilen sich die Knickkräfte
auf eine größere Fläche, wodurch die Wahrscheinlichkeit eines Bruches minimiert wird , Stichwort
Sollbruchstelle.
Bei einer kleinen
Friedhofsglocke oder Dorfglocke hingegen, wo der Klöppel bis 10 kg wiegt, kann auf Leder
verzichtet werden, sofern der Klöppel in sauber angepassten
Laufbuchse aus Rotguß Typ “RG7” liegt.

Ein weiteres Manko an übrigens fast allen Klöppeln der Kölner Domglocken ist die Klöppelform,
die in den Nachkriegsjahren vom so genannten
Bochumer Verein hergestellt wurde.
Mit diesen Klöppeln wurden
Stahlglocken angeschlagen, die der Bochumer Verein damals produzierte.
Um aber
Stahl zum klingen zu bringen, sind größere Klöppelgewichte erforderlich, die für Bronze
etwas zu schwer sind. Die Petersglocke hat einen solchen zu schweren Klöppel nicht vertragen
und ist darum gesprungen in den 50er Jahren. Des weiteren werden die Glocken mit
Bronzeanschlagbacken angeschlagen. Bei Stahlglocken üblich, bei Bronzeglocken aber entbehrlich, sofern die HB des Klöppels
bei 120-150 liegt. Das ist aber bei den alten
BGV Klöppeln nicht der Fall. Die Glocken des Kölner Domes würden wesentlich besser klingen, wenn man gescheite Klöppelformen einsetzen und auf die Anschlagbacken verzichten würde. Wenn man die Anschlagbacken beibehält, wodurch die Glocken leiser klingen, sollten aber zumindest
die Anschlagbacken regelmäßig rund geschliffen werden, damit die
Anschlagfläche am Klöppel klein bleibt.
Ansonsten sorgen große Flächen beim Anschlag auch für große
Adhäsionskräfte, womit der Klöppel
länger an dem
Glockenschlagring kleben bleibt und somit Klang verloren geht. Das nicht nachgeschliffen wurde,
was an dem Klöppel der Petersglocke genau zu sehen ist ( Bild unten ), hat die Wartungsfirma zu verantworten.
Auf dem Bild ist auch weiter zu erkennen, daß der Klöppel die Petersglocke zu tief angeschlagen hat.
Das ist ein Montagefehler aus den 50er Jahren, worum sich keiner gekümmert hat, weder die hohen Herren Sachverständigen noch die Wartungsfirmen der letzten 50 Jahre.  Damit wird die Glocke klanglich entstellt
und kann schlimmstenfalls wieder springen. Ein Fazit:

Die Petersglocke wurde schlampig gewartet, was das Bild vom Klöppel belegt.

Der Klöppel wäre schon in den 50 er Jahren gebrochen, wenn die Glocke einen täglichen Einsatz gehabt hätte.
Weil aber die Glocke nur wenige Einsätze im Jahr hat, läßt sich dieser Unfall leicht mit Materialermüdung
nach 50 Jahren entschuldigen. Wenn was geschieht, will keiner verantwortlich sein, wie immer. 

Das nächste Opfer von “gewissen Sachverständigen”, die sich am Klerus profilieren, wird die
Maria Gloriosa
im Erfurter Dom sein. Ein neuer, vollkommen falsch dimensionierter Klöppel und schlechte Motoren werden,
in naher Zukunft, die Glocke wieder zum Schweigen bringen. Auch dort hängt der Klöppel 3 cm zu tief
und schlägt falsch an. Ich halt mich aber da raus und bin glücklich mit der Restauration von kleinen Kapellenglocken.

Bernd Ludwig Müller-Lönnendung.

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Petersglocke innen:
Auf dem Bild deutlich zu erkennen oben in der Glocke, die Aufhängung, wo kein dämpfendes Futter zwischen Klöppel
und Eisenlasche
eingesetzt ist. 

 

 

 

 

Unten rechts ist der Klöppel zu erkennen:
Der saubere Bruch am Klöppelblatt, wie bei einer Sollbruchstelle. 

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^
Das ist der kaputte Klöppel der Petersglocke:
Falscher Anschlagpunkt, erkennbar an der blanken Stelle an der plattgeschlagenen Anschlagbacke. Der Klöppel hing zu tief in der Glocke. Ein Montagefehler aus den 50er Jahren. Das hat aber nichts mit dem Bruch zu tun, der als Sollbruchstelle eindeutig erlennbar ist.

Veröffentlicht am  24.11.2011

Aktuelles zum Kölner Dom: Klöppel Petersglocke “Decke Pitter”:
Ein neuer ist gefertigt und in mechanischer Bearbeitung. Ich hab ihn gesehen und sage mit diesem
neuen Klöppel jetzt und hier läutetechnische Probleme vorraus !!
Ferner ist die Ausstattung des neuen Klöppels mit Bronzeanschlagbacken absoluter Unsinn.
Das ist nur an Stahlgußglocken üblich oder als notdürftige Reparatur bei alten, defekten Klöppeln
mit plattgeschlagenen Ballen. Verantwortlich für diesen kapitalen Unfug, wodurch die Glocke
an Lautstärke einbüßt, sind das Domkapitel, der Denkmalschutz und die Herren Glockensachverständige.
24.11.2011 Bernd Ludwig Müller-Lönnendung.

7.12.2011 nachmittag:
Petersglocke Probeläuten. Link zum Video:
http://www.wdr.de/mediathek/

Der “verlorene Klöppel” der Petersglocke “Decke Pitter” im Kölner Dom:
7.12.2011 nachmittags: Erstes Probeläuten mit den läutetechnischen Problemem,
die von mir vorausgesagt wurden, als ich Bilder von dem Klöppelrohling gesehen hab.
Quelle: Lokalzeit Köln WDR3 Mediathek.
Zusammenstellung meiner bisherigen, öffentlichen Kritiken + Lokalzeitlink:
>HIER KLICKEN<.

( Zitat Dombaumeisterin - Quelle Domradio ) 
„Er schlägt noch nicht ganz gleichmäßig“, sagte Schock-Werner. „Damit haben wir gerechnet.“ Techniker sollen den funkelnden Klöppel in den kommenden Tagen fein einstellen. Möglicherweise muss er höher oder tiefer gehangen werden...” 

Höher oder tiefer ?? Wo ist hier Sachverstand?? Anschlagpunkte verschieben ????
Jetzt kommt es zu dem kapitalen Pfusch und den fehlervertuschenden Arbeiten, wo ich an dieser Stelle hier schon vor Wochen gewarnt hab, als ich auf Schmiedebildern und technischen Angaben sah, daß der Klöppel viel zu leicht ist, auch in ausführlichen Schreiben an die Dompropstei und Dombaumeisterin, womit ich mal wieder nicht ernst genommen wurde.
Grundsatz: Ein passender Klöppel funktioniert sofort und braucht keine Sonderbehandlung.
Ab jetzt sind durch Pfuscharbeiten inkompetenter Vollidioten Glocke und Statik in ernsthafter Gefahr. Macht so weiter  und es passiert ein entsetzlicher Unfall !!!
13.12.2012 Bernd Ludwig Müller-Lönnendung.

Meine Kritik an der Ausführung der Klöppelaufhängung ist beachtet worden. Diese wurde nach den Angaben auf meiner Homepage gefertigt. Das ist erfreulich und gut für die Haltbarkeit.
Nicht beachtet wurde das Unterlassen von dem Einsetzen der Bronzebacken, die den Klang der Petersglocke an Lautstärke ausbremsen. Solche Backen gehören vorzugsweise in Stahlglocken.
Dazu  sind die Backen platt, was ebenfalls den Klang wegen stärkeren Adhäsionskräften mindert.
Ich finde es schade, daß man nicht das ganze Klangvolumen der Glocke ausnutzt.
Das gilt auch für die anderen Glocken im Dom, die alle mit diesen Backen angeschlagen werden.
Wenn die verantwortlichen Kölner die Glocken so hören wollen, dann müssen die das so machen.

7.12.2011 Bernd Ludwig Müller-Lönnendung.  

Nachtrag:
Wie ich gerade vom WDR erfahren hab, gibt es doch die von mir vor Wochen schon
vorausgesagten läutetechnischen Probleme, daß der Klöppel ungleichmäßig und einseitig schlägt, weshalb jetzt noch die Tage “Feineinstellungen” nötig werden. So nennt man das dann also, wenn man Mist gebaut hat.
Was passiert jetzt?  *Miss Tricksi* hat ihre Koffer gepackt und ist auf dem Weg in die Glockenstube.
Im Gepäck: Kapitaler Pfusch aus dem Sonderangebot, wodurch die Unfallgefahr steigt, weil man schlimmstenfalls die Statik überlastet (**):

*Klöppel in der Glocke absenken*, *Schwingungswinkel noch höher*(**),
*Balancegewichte ans Joch*, *scharf reißende Maschineneinstellung* ( Schleuderklöppel ).

Grundsätzliche Regel: Wenn ein neuer Klöppel richtig zu einer Glocke paßt, funktioniert er sofort,
egal wie groß die Glocke und ob es eine alte oder neue Läutemaschine ist. Das justieren der Arbeitspunkte der Läutemaschine ist in 5 Minuten erledigt. Klappt das nicht, ist der Klöppel falsch dimensioniert worden und man sollte dann, anstatt Miss Tricksi zu spielen, einen neuen fertigen.

Ich hoffe, daß jetzt die Einstellung von den neuen Motoren, unter Kenntniss der Dremoment-Drehzahlkenlinie, entsprechend milde gewählt wird und kein gesteuerter Schleuderklöppel ensteht, der zwar läutet, aber die Glocke zerstören kann. Das passiert leicht mit Widerstandsläufern bei falscher Einstellung und ich lehne darum aus Sicherheitsgründen diese Läuferart bei Glockenmotoren ab.
Schlimmer wäre noch ein noch höherer Schwingungswinkel, der die Statik an ihrer Grenzen bringt.
Der Gipfel der Ironie ist dann der Einbau eines Holzjoches, weil das alte Stahljoch auf einmal nicht mehr läutet und kaputt ist.

Ich stehe weiterhin kritisch dem neuen Klöppel gegenüber:
Es fehlen diesem 200kg an Gewicht. Der alte wog 800 kg. 4-5 % vom Glockengewicht sind immer Faustformel für einen Klöppel, womit der alte Klöppel schon knapp am “zu leicht” war und man darum einstmals den Schwingungswinkel hochgesetzt hat. Beim neuen fehlen danach nicht so einige Kilos, sondern fast schon eine halbe Tonne. Die Funktion ( Trägheit der Klöppelschwingung ) muß aber irgendwo herkommen. Darum trau ich dem Braten nicht, wie man hier am Rande von Ostwestfalen zu sagen pflegt. Wenn jetzt die Glocke irgendwie doch noch ans Läuten kommt, dann nicht, weil der Klöppel paßt, sondern weil ordentlich gefuscht wurde.
Was mir bleibt, ist der Petersglocke von Herzen alles Gute zu wünschen, daß sie heile bleibt,
wenn man an ihr rumdoktort und die Statik hält. Bilder zum neuen Klöppel gibt es auf der Seite vom Dombau.

8.12.211 Bernd Ludwig Müller-Lönnendung.